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Description

Die Pfarrkirche ist dem Heiligen Stefan gewidmet und wurde auf einem Felsvorsprung über dem Rheintal errichtet. Es ist so gut wie sicher, dass diese strategische Position genutzt wurde, seit es Menschen in dieser Region gibt – ob nun von den Kelten oder den Römern. Eine römische Gottheit (Vulcanus), die an diesem Ort gefunden wurde, ist auch immer noch Teil der Außenmauer der Nordkapelle. Seltz gehörte früher, wie das restliche Elsass, zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation und genoss den Sonderstatus der Abtei, gegründet von Kaiserin Adelheid im 10. Jahrhundert. Diese Kirche ersetzte die erste, erbaut in der Ebene am Sauer-Ufer, die gerade durch eine Überschwemmung zerstört worden war. Damals, genauer gesagt, im Jahre 1357, erhob der Kaiser Seltz in den Rang der Kaiserstädte. Am 18. April 1674 zündeten die Dragoner des Königs Seltz an – und mit der Stadt auch die Kirche. Doch da die Außenmauern erhalten blieben, konnte die Kirche 1683 restauriert werden. Schließlich siegten die Jesuiten: Im November 1684 fiel die Kirche von Seltz wieder der katholischen Religion zu. Um 1709 wurden eine neue Kanzel und ein Hochaltar im Barockstil erbaut. An das nördliche Seitenschiff außerhalb des Längsschiffs wurde ein neuer Glockenturm angebaut. Er bekam ein für diese Zeit typisches Zwiebeldach. 1898 wurde er wieder abgerissen; stattdessen wurde ein Glockenturm im neugotischen Stil in der Achse des Längsschiffs errichtet, das außerdem um ein Joch erweitert wurde. Mit seinen 62 m Höhe überragte der Glockenturm die Stadt und die gesamte Umgebung. Doch gerade seine Höhe wurde ihm zum Verhängnis: Am 28. Mai 1940 ließ ein gezielter Schuss der deutschen Armee den Turm auf das Längsschiff stürzen; ein gewaltiges Feuer brach aus. Das Dach des Längsschiffs und der Seitenschiffe, die Orgeln und die Kanzel brannten komplett nieder. Das Feuer machte glücklicherweise vor den Seitenaltären halt und verschonte diese sowie den Chorraum. Doch von dem Gebäude blieben nur noch Ruinen übrig ... Die Seltzer machten sich rasch daran, eine provisorische Gottesdienststätte in der Nähe der heutigen Brücke über den Seltzbach zu bauen. Dieser Bau wiederum wurde durch Granaten beschädigt, jedoch schnell wieder instand gesetzt. Das Provisorium sollte schließlich fast 20 Jahre überdauern. Die Wiederaufbauarbeiten begannen 1953. Am 21. Juni 1964 wurde die Kirche schließlich geweiht. Im September 1968 baute Schwenkedel eine neue Orgel. Sie ersetzte die Orgel von Stiehr-Mockers (berühmte Orgelbauer aus Seltz), die 1940 zerstört worden war. Ab den 1960er Jahren wurden zahlreiche Verbesserungs- und Modernisierungsarbeiten durchgeführt. Die Fassade wurde erneuert, Chorraum und Hochaltar wurden renoviert. Zuletzt wurden die Heizung ausgetauscht und Blumenbeete rund um das Gebäude angelegt. So kann man auch heute noch sagen: Die Kirche von Seltz ist ein schönes Gebäude und in gutem Zustand. Am 9. März 2006 wurde die Kirche von der DRAC (franz. Regionaldirektion für Kunst und Kultur) in das Verzeichnis denkmalgeschützter Bauwerke aufgenommen. INFORMATIONEN

Beschreibung

Die Pfarrkirche ist dem Heiligen Stefan gewidmet und wurde auf einem Felsvorsprung über dem Rheintal errichtet. Es ist so gut wie sicher, dass diese strategische Position genutzt wurde, seit es Menschen in dieser Region gibt – ob nun von den Kelten oder den Römern. Eine römische Gottheit (Vulcanus), die an diesem Ort gefunden wurde, ist auch immer noch Teil der Außenmauer der Nordkapelle.

Seltz gehörte früher, wie das restliche Elsass, zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation und genoss den Sonderstatus der Abtei, gegründet von Kaiserin Adelheid im 10. Jahrhundert. Diese Kirche ersetzte die erste, erbaut in der Ebene am Sauer-Ufer, die gerade durch eine Überschwemmung zerstört worden war. Damals, genauer gesagt, im Jahre 1357, erhob der Kaiser Seltz in den Rang der Kaiserstädte.

Am 18. April 1674 zündeten die Dragoner des Königs Seltz an – und mit der Stadt auch die Kirche. Doch da die Außenmauern erhalten blieben, konnte die Kirche 1683 restauriert werden.
Schließlich siegten die Jesuiten: Im November 1684 fiel die Kirche von Seltz wieder der katholischen Religion zu.
Um 1709 wurden eine neue Kanzel und ein Hochaltar im Barockstil erbaut. An das nördliche Seitenschiff außerhalb des Längsschiffs wurde ein neuer Glockenturm angebaut. Er bekam ein für diese Zeit typisches Zwiebeldach.
1898 wurde er wieder abgerissen; stattdessen wurde ein Glockenturm im neugotischen Stil in der Achse des Längsschiffs errichtet, das außerdem um ein Joch erweitert wurde. Mit seinen 62 m Höhe überragte der Glockenturm die Stadt und die gesamte Umgebung.

Doch gerade seine Höhe wurde ihm zum Verhängnis: Am 28. Mai 1940 ließ ein gezielter Schuss der deutschen Armee den Turm auf das Längsschiff stürzen; ein gewaltiges Feuer brach aus. Das Dach des Längsschiffs und der Seitenschiffe, die Orgeln und die Kanzel brannten komplett nieder. Das Feuer machte glücklicherweise vor den Seitenaltären halt und verschonte diese sowie den Chorraum. Doch von dem Gebäude blieben nur noch Ruinen übrig ...

Die Seltzer machten sich rasch daran, eine provisorische Gottesdienststätte in der Nähe der heutigen Brücke über den Seltzbach zu bauen. Dieser Bau wiederum wurde durch Granaten beschädigt, jedoch schnell wieder instand gesetzt. Das Provisorium sollte schließlich fast 20 Jahre überdauern.
Die Wiederaufbauarbeiten begannen 1953.

Am 21. Juni 1964 wurde die Kirche schließlich geweiht. Im September 1968 baute Schwenkedel eine neue Orgel. Sie ersetzte die Orgel von Stiehr-Mockers (berühmte Orgelbauer aus Seltz), die 1940 zerstört worden war.

Ab den 1960er Jahren wurden zahlreiche Verbesserungs- und Modernisierungsarbeiten durchgeführt. Die Fassade wurde erneuert, Chorraum und Hochaltar wurden renoviert. Zuletzt wurden die Heizung ausgetauscht und Blumenbeete rund um das Gebäude angelegt.
So kann man auch heute noch sagen: Die Kirche von Seltz ist ein schönes Gebäude und in gutem Zustand.

Am 9. März 2006 wurde die Kirche von der DRAC (franz. Regionaldirektion für Kunst und Kultur) in das Verzeichnis denkmalgeschützter Bauwerke aufgenommen.
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